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Anlandung der Fischerboote in Bakau, Gambia. Foto: Wolfgang Hesseler
Gambia liegt in Westafrika und ist das kleinste Land auf dem Kontinent. Es wird vom Senegal fast vollständig umschlossen. Der Senegal selbst ist etwa halb so groß wie Deutschland. In Gambia ist Englisch eine Amtssprache, während es Französisch im Senegal ist. In der Wintersaison fliegt Condor von Frankfurt nach Banjul, der Hauptstadt Gambias. Das warme und trockene Klima ist bis Mitte April perfekt für die Strandurlauber, die zumeist in die Resorts am Atlantik gehen. Nach Dakar, der Hauptstadt des Senegals, werden im Winter öfters kurzfristig Flüge ab 159€ hin- und zurück angeboten. Grund genug, uns mal in den beiden Ländern umzuschauen. Wir sind mit Condor auf dem letzten Hinflug im April nach Banjul geflogen, dann auf dem Landweg nach Dakar gefahren und von dort auf Meilen wieder abgeflogen.

von Wolfgang Hesseler


In Gambia testeten wir zwei Hotels. Das erste ist das Ocean Bay Hotel And Resort in Bakau, direkt am Atlantik Ocean Bay Hotel And Resort in Bacau. Foto: Wolfgang Hesselergelegen. Es ist ein 5 Sterne Hotel mit Pool und Animation am Abend. Auch die Condor Crew wird hier einquartiert, bevor sie am nächsten Abend wieder zurück nach Deutschland fliegt. Nach deutschen Maßstäben würde ich es als 3 oder 4 Sterne Hotel einordnen, zumal die Zimmer doch schon etwas abgewohnt sind. Das Hotel gehört aber sich dennoch zum besten, was Gambia zu bieten hat: Große Zimmer mit Bad, Klimaanlage, Fernseher, Safe und Minibar. Gebucht haben wir das Hotel über Expedia.

Das zweite Hotel war das Laico Atlantic Hotel, direkt in Banjul gelegen. Weil die Eigenanreise Der Strand des Laico Atlantic Hotels in Banjul. Foto: Wolfgang HesselerBuchung über Ab in den Urlaub nicht bestätigt wurde (der Vertrag von Neckermann mit dem Hotel galt nur in der Wintersaison), haben wir direkt im Hotel mit dem Manager einen individuellen Preis ausgehandelt. In der Nebensaison kann man hier gute Rabatte erwarten. Auch das Laico Atlantic ist ein 5 Sterne Hotel am Wasser gelegen, die Zimmer sind allerdings deutlich kleiner als im Ocean Bay Hotel, dafür sind die Zimmer weniger abgewohnt. Natürlich ist auch hier ein Pool vorhanden und die Zimmer sind mit Bad, Klimaanlage, Fernseher, Safe und Minibar ausgestattet.

Ein generelles Problem in Afrika sind die Moskitos, die auch Malaria Etwas abseits des Touristengebietes findet man das Afrika, wie man es sich vorstellt. Foto: Wolfgang Hesselerübertragen können. Sowohl für Senegal als auch Gambia wird empfohlen, eine Malaria Prophylaxe zu betreiben. Wir haben hierfür Malarone verwendet, das man vom Arzt verordnet bekommt und täglich einnehmen muss. Die Condor Crew betreibt wegen der geringen Wahrscheinlichkeit, in den wenigen Stunden Aufenthalt eine Malariainfektion zu bekommen keine Prophylaxe. Im Falle des Falles lässt sich Malaria aber auch nach der Infektion noch gut behandeln. Durch konsequenten Mückenschutz - u.a. Verwendung von Abwehrmittel auf Kinder in Gambia wollen gerne fotografiert werden. Foto: Wolfgang HesselerGrundlage von Icaridin (z.B. Autan) oder DEET und Tragen von langärmliger Kleidung lässt sich die Gefahr deutlich verringern. Beide Hotels in denen wir waren sprühen die Zimmer am Abend mit einem Mückenspray ein. Die Wirksamkeit ist aber sehr begrenzt. So flogen immer noch etliche Moskitos im Zimmer herum, denen wir mit einer mitgebrachten Fliegenpatsche den Garaus machten.

Sehr nervend in Banjul sind die selbsternannten Touristenführer. Sie lauern vor Hotels und Viehmarkt in Banjul. Foto: Wolfgang Hesseler Touristenattraktionen oder auch einfach nur auf der Straße. Es geht harmlos los mit Frage, wo man herkommt. Meist haben sie dann zufällig einen Bruder oder Freund, der in Deutschland lebt. Ab dann begleiten sie einen ungefragt und ungebeten bei der Stadterkundung. Sie spielen den Touristenführer und lassen sich kaum abschütteln. Ziel ist es immer, am Ende für seine Dienste Geld vom Touristen zu verlangen. Zuerst sind seine Dienste natürlich kostenlos, aber am Ende wird immer Geld verlangt. Auch wenn man zigmal sagt, dass man lieber alleine gehen möchte, dass er bitte gehen möchte und dass man unter keinen Umständen Verkäuferin in Banjul. Foto: Wolfgang HesselerGeld zahlen wird, beeindruckt sie das meist nicht. Hat man es doch endlich geschafft, einen abzuschütteln, wartet der nächste schon ein paar Meter weiter. Das ganze geht sogar so weit, dass im Hotel ein Begleiter angeboten wird, der dann andere selbsternannte Touristenführer abhält, weil der Tourist ja schon begleitet wird. Zur Selbsthilfe hat sich als erfolgreich erwiesen vorzutäuschen, dass man nur Deutsch spricht und sie leider nicht versteht. Viel mehr als ein "alles klar" können sie meist nicht.

Konkrete Sehenswürdigkeiten in Banjul selbst gibt es nicht viele. Highlight ist der Arch 22, ein 36 Meter hoher Torbogen, der zum Gedenken an den Militärcoup am 22.Juli 1994 gebaut wurden. Von oben hat man einen Arch 22 in Banjul. Foto: Wolfgang Hesselergroßartigen Blick über die Stadt und nachts ist er wunderschön beleuchtet. Banjul nennt sich die Stadt der Lichter - und dem ist auch so - auch andere Gebäude und Statuen der Stadt sind stilvoll beleuchtet. Afrikanisches Leben kann man auf dem Albert Market erleben: Das Gewühl an Händlern und Käufern ist faszinierend. Mit der Hygiene nimmt man es hier nicht so genau. Selbst bei 30 Grad im Schatten braucht das Fleisch doch keine Kühlung... - Noch mehr den Vorstellungen vom afrikanischem Gewusel entspricht Serekunda, die größte Stadt Gambias.

Für den nächsten Tag hatten wir einen Taxifahrer angeheuert. Es waren zähe Verhandlungen,Mangroven in Gambia. Foto: Wolfgang Hesseler bis das Tagesprogramm und der Preis stand: Lamin Lodge mit Mangroven, das Abuko Nature Reserve mit afrikanischer Vegetation und Tierwelt, der Gambian Reptiles Farm mit vielen Reptilien und Schlangen, sowie das am südlichen Ende, kurz vor der senegalesischen Grenze gelegene Kartong. Und zum Abschluss dann noch ein Besuch an der Stelle, an der am späten Nachmittag die Fischerboote anlanden und der Fisch dann frisch vor Ort verkauft oder auch gleich zubereitet wird.

Schildkröte in der Gambian Reptiles Farm. Foto: Wolfgang HesselerVon Banjul aus gibt es direkte Flüge nach Dakar, diese sind aber sehr teuer. Daher wählten wir die günstige und abenteuerliche Überland- und Wasser-Variante. Diese verlief aber letztlich reibungslos und besser als erwartet. Große Unbekannte ist die Fähre über den Gambia River von Banjul nach Barra. Normalerweise fahren bis zu drei Fähren im Wechsel, so dass die Wartezeit nicht allzu groß ist. Einen Affe im Abuko Nature Reserve. Foto: Wolfgang Hesselerechten Fahrplan scheint es nicht zu geben. Fährt aber wegen schlechter Auslastung oder Defekt nur eine, kann man schon mal zwei Stunden auf die nächste Fähre warten. Jedoch hatten wir mächtig Glück. Tatsächlich fuhr an dem Tag zwar nur eine einzige Fähre, aber wir kamen just in time. Keine fünf Minuten später und die Fähre wäre weg gewesen. Das hätte dann wohl mindestens zwei Stunden Wartezeit bedeutet.

In Barra angekommen machten wir erstmal ein Taxi zur Grenze klar und handelten einen Preis aus. Anlandung der Fischerboote in Bakau, Gambia. Foto: Wolfgang HesselerDa die Währung Gambias, der Dalasi, außerhalb des Landes nicht eintauschbar und somit wertlos ist, tauschten wir das restliche gambische Geld hier in CFA, der Währung Senegals, um. Dass man die Preisverhandlungen immer mit einem anderen führt als dem der letztlich fährt, rächte sich an der Grenze. Vereinbart war, dass der Taxifahrer uns über die Grenze bringt. Aber dort angekommen meinte dieser, dass dies nie gemacht wird. Nun gut, er hätte auch sehr lange warten müssen. Nachdem mit bürokratischem Aufwand über mehrere Stationen Passdaten eingetragen wurden und der Pass gestempelt wurde, fand ein Grenzbeamte zwei Männer, die die Grenze von Pferdegespann in St. Loius. Foto: Wolfgang HesselerGambia nach Senegal überqueren wollen offenbar sehr verdächtig: Das Gepäck wurde penibel durchsucht, offenbar auf der Suche nach Drogen. Vor allem die mitgebrachten Medikamente schaute sich der gambische Grenzbeamte genauestens an. Die Einreise in den Senegal ein paar Meter weiter hingegen ging schnell über die Bühne: Stempel rein und drin waren wir. Weiter ging es mit ein paar Minuten Fahrzeit auf einem Motorradtaxi. Den Koffer zwischen Motorrad und Beinen des Fahrers geklemmt saß ich mit Rucksack hinten drauf. Helm? Naja, ich hatte ja einen Strohhut auf.

Am Abfahrpunkt der Buschtaxis nach Dakar angekommen, kamen dann gleich die Schlepper auf uns Saint-Louis im Senegal. Foto: Wolfgang Hesselerzu. Die Preise für die Fahrt nach Dakar sind zum Glück fest, so dass sich die Preisverhandlung diesmal nur auf das Gepäck beschränkte. Gestartet wird immer erst, wenn alle Sitze belegt sind. Das kann auch schon mal was dauern, aber wir hatten auch hier Glück und die Fahrt ging schon nach wenigen Minuten Wartezeit los. Gefahren wird die Strecke mit umgebauten Kombis. Dort wo normalerweise die Ladefläche des Kombis ist, wird noch eine zusätzliche Sitzreihe eingebaut, so dass letztlich neben dem Fahrer sieben Leute reinpassen. Naja, reinpassen nicht wirklich, sagen wir besser reingequetscht werden. Denn durch die Verengung nach hinten und die Blechwölbung am Saint-Louis im Senegal. Foto: Wolfgang HesselerBoden ist der Platz sehr beengt - drei Leute müssen in die letzte Reihe reinpassen, wobei der in der Mitte die A-Karte gezogen hat. Und der war in dem Falle ich. Die Bewegungsfreiheit der Füße auf der über vierstündigen Fahrt war auf wenige Millimeter beschränkt. Die Gliedmaßen schmerzten während der Fahrt so arg, dass ich mir ernsthaft überlegte, ob ich nicht Schmerzmittel nehmen sollte. Die Fahrt von der Grenze war alles andere als eine Ralley nach Dakar. Die rund 260 Straßenkilometer lange Straße ist übersät von Schlaglöchern, so dass die Durchschnittsgeschwindigkeit recht niedrig ist.

In Dakar hatten wir das Hotel Al Baraka gewählt, das wir über Expedia gebucht hatten: Ein sehr Saint-Louis im Senegal. Foto: Wolfgang Hesselergroßer Raum, etwas abgewohnt, aber sauber. Das Personal ist absolut freundlich und hilfsbereit. Die Lage ist gut, etwa sechs Blocks vom Hauptplatz, dem Place de l'Indépendance entfernt.

Dass die Franzosen mal im Senegal als Kolonialherren aktiv waren merkt man noch heute. Zum einen ist Französisch die Amtssprache, zum anderen haben die Senegalesen die Vorliebe für Baguettes von den Franzosen übernommen. Man bekommt sie an jeder Ecke frisch.

Da wir für Eventualitäten gewappnet sein wollten, planten wir den Zweitages-Ausflug in das nördlich Saint-Louis im Senegal. Foto: Wolfgang Hesselervon Dakar gelegene St. Lois für den folgenden Tag. Problem: Das war ein Sonntag und an dem Wochentag wollen nicht viele Leute nach St. Louis, schon gar nicht um die Mittagszeit. Zudem war nur anstatt des Kombis mit sieben Sitzplätzen ein Kleinbus im Einsatz mit 18 Sitzplätzen und der Bus fährt erst los, wenn alle Plätze belegt sind. Eine Stunde verging - zwei Stunden - drei Stunden - vier Stunden - fünf Stunden und hurra, schon war der Bus voll. Willkommen in Afrika. Die ursprüngliche Planung war, irgendwann am Nachmittag in St. Louis anzukommen und mit der Stadtbesichtigung zu beginnen. Tja, und nun wurde es während der Fahrt schon dunkel. In St. Louis Rathaus von Dakar. Foto: Wolfgang Hesselerangekommen nahmen wir ein Taxi zum Hotel Harmattan. Letztlich waren es nach 23h, als wir dort ankamen. Vor dem Hotel saß schlafend ein junger Mann, der aber trotz größter Bemühungen des helfenden Taxifahrers nicht wach zu bekommen war. Es dauerte ein paar Minuten, bis er endlich aufwachte und ansprechbar war. Er war offenbar der "Nachtportier". Zum Glück hatten wir per Webformular reserviert, so dass man uns noch erwartete. Trotz seines und meines limitierten Französisch gelang es uns dennoch, das Wesentliche für den Abend zu klären. Das Hotel Harmattan mit einem schönen Innenhof ist durchaus eine Empfehlung wert.

St. Louis war die erste französische Siedlung in Westafrika. Geblieben ist eine schöne Kolonialarchitektur auf einer etwa 2,4km langen und etwa 300m breiten, fast rechteckigen Insel Dakar. Foto: Wolfgang Hesselerim Senegal Fluss. Mit dem Festland ist sie über eine etwa 500 Meter lange Brücke verbunden, die ursprünglich als Brücke über die Donau gebaut wurde und dann 1897 nach St. Louis verschifft wurde.

Die Rückfahrt nach Dakar gestaltete sich unproblematisch. Wir hatten aus der Hinfahrt gelernt, dass man besser früh am Morgen startet. So ging es dann auch nach wenigen Minuten Warten los. Kurz nach Mittag kamen wir in Dakar an und begannen nach erneutem Check-in im Hotel mit dem ausgedehnten Stadtrundgang. Dakar ist eine moderne Großstadt, direkt am Meer gelegen. Kurz vorher gab es Wahlen im Senegal, so dass an vielen Stellen noch die Wahlplakate hingen.

Am folgenden Tag machten wir einen Ausflug mit dem Schiff nach Gorée. Diese Insel spielte zu ihrer Mittelmeer Feeling auf der Insel Gorée. Foto: Wolfgang HesselerZeit eine wichtige Rolle im Sklavenhandel. So wurden der Wille der Afrikaner gebrochen, um sie so auf ihre Sklavenzeit in Amerika vorzubereiten. Heute ist aus Gorée eine idyllische Insel mit schönen Kolonialbauten ohne Straßen oder Autos geworden. Schon beim Einlauf des Schiffs in den Hafen fühlt man sich an einen verträumten Ort an der Mittelmeerküste Italiens versetzt. Nach der Rückkehr von Gorée verbrachten wir den Abend bis zum Abflug im Food Court des neuen Edel-Einkaufszentrum Sea Plaza, das genau so in jeder x-beliebigen deutschen Stadt hätte stehen können.

Mittelmeer Feeling auf der Insel Gorée. Foto: Wolfgang Hesseler


Englisch

Kommentare

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Senegal
Heidi Winkelmann 18.08.2016 09:10:08

Ich war schon ca. 20 mal dort seit 1995, hatte immer ein Auto gemietet und bin
alles abgefahren, sogar einmal von DAkar nach Casachmence, Zichuincohor bis
Kafountin, da war dann die Strasse zu ende und nur noch das Meer. Senegal ist
ein tolles Land, die Touristen im allgemeinen trauen sich aber nicht hin, da die
meisten Deutschen kein französich sprechen und jeder Angst hat vorm schwarzen
Mann, dabei sind die viel ungefährlicher wie die Deutschen selbst!
Einmal bin
ich mit einem Freund, er ist Guineer in Guinee Conakry mit dem Bustaxi von Dakar
aus unterwegs. Es war ziemlich abenteuerlich, eine tolle 2 tägige Reise, würde
ich sofort wieder machen, für schwache Nerven ist das allerdings nichts. In
Tambakunda mussten wir an der Grenze nach Guinea umsteigen, senegalesische Taxis
dürfen nicht passieren. Genau wie bei Ihnen, erst als das Taxi voll war fuhr er
los, 8 Personen, wir zu 2. auf dem Befahrersitz. Gott sei Dank sind w...
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