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Eurowings soll laut Harry Hohmeister bald auch in Frankfurt abheben.  Foto: Christian Maskos

Harry Hohmeister - Mitglied des Lufthansa-Vorstands - hat jetzt angekündigt das Eurowings in absehbarer Zeit auch ab dem Lufthansa Haupthub in Frankfurt am Main starten soll. Entsprechende Pläne für München sind schon weit fortgeschritten. Bei der Verlagerung der dezentralen Strecken an Eurowings hatte der Lufthansa-Vorstand den Mitarbeiter von Lufthansa-Classic noch versprochen dass die Europaverkehre in Frankfurt und München in keinem Fall betroffen sein würden und weiterhin von der Kernmarke bedient würde.

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Im Gegenzug gab es von Gewerkschaftsseite Zustimmungen zu weiteren Saprmaßnahmen: So werden zum Beispiel schon längst Langstreckenflugzeuge a Frankfurt außerhalb des eigentlich Lufthansa-Tarifvertrags von der Tochter-Cityline mit viel niedrigeren Löhnen bedient.

Dieses Versprechen gegenüber den Mitarbeiter - Brancheneobachtern war von vornherein klar das es ähnlich gelagert ist wie ein Bundesligamanager der "voll hinter seinem Trainer steht" - ist nun offiziell seinereits Geschichte. Für den Kunden freilich ist das gut: Eurowings bietet ein modernes, flexibles Onewaysystem - und zumindest hin und wieder auf Konkurrenzstrecken auch marktübliche Preise unter 25€ Marke. Während man bei Lufthansa solche Tarife schlicht nicht buchen kann, da der Konzern an einer veralteten auf maßlose Abzocke ausgerichteten Tarifstruktur aus dem letzten Jahrhundert festhält: Ein Grund warum die Kunden weglaufen.

Wer mit Lufthansa in Economy fliegt - tut dies meist nur noch, da keine Alternative ab Frankfurt oder München da ist. Ein Getränk und ein Müsli-Riegel - da hört der Service für Nichtstatuskunden im Europaverkehr schon auf. Trotzdem werden die Flieger nicht voll, und wenn man die Tochterfluggesellschaften - insbesondere Eurowings/Germanwings mal herausrechnet - dann schrumpft auch das Lufthansa-Angebot: Denn die neue Generation die fliegen des 21. Jahrhunderts kennt bucht dort praktisch nicht.

Die Entscheidung entweder die Kernmarke Lufthansa marktfähig zu halten oder aber die Kernmarke auf einige wenige Business-Strecken und Langstreckenverkehre u beschränken und viele andere Strecken an Eurowings auszulagern ist also praktisch unumdingbar.

Lufthansa - das ist klar - ist so dauerhaft nicht überlebensfähig.

Lufthansa - wohin geht der  Weg.  Foto: Christian MaskosBritish Airways z.b. hat das radikal erkannt. Dort versucht man nun sich so aufzustellen dass man gegen die LCC im Budget-Travel Bereich mithalten kann (Kosten auf der Langstrecke mit Tripple Seven sollen dann unter denen von Norwegian liegen) während man für die Business&First-Kunden weiterhin gute Lounges bereit hält. Denn auf er Langstrecke und insbesondere in London, Frankfurt, Paris wird es immer auch einen Markt für gut gemachtes Premium-Fliegen geben.

IAG ist auch schon weiter als Lufthansa - mit Vueling und Iberia-Express hat man zwei funktionierende Airlines die kostenseitig gegen Ryanair, Wizzair bestehen können. Wobei die Sitzabstände bei beiden in Economy tatsächlich fragwürdig und am äußersten Rand der Legalität sind.

Damit kann sich IAG auch paneuropäisch Punkten und z.B. Brüssel-Lissabon, Paris-Wien, Florenz- Berlin etc fliegen.

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Lufthansa hat diese Tauglichkeit nicht nachweisen können - Lufthansa Italia ist gescheitert. Eurowings nur im Heimatmarkt - eine Basis in Palma de Mallorca zu Deutschen Zielen zählen wir dazu - aktiv. Man ist für andere Europäer also nicht attraktiv. Der Trend geht klar zu paneuropäischen Marken wie Ryanair, easyJet, Wizzair, Vueling, Transavia.

Air France/KLM mit Transavia stehen ein wenig vor den selben Problemen: Zwar operiert Transavia a Paris&Amsterdam, die richtige Einbindung in das Drehkreuz klappt aber (noch) nicht. Auch wegen innerbetrielicher Zwänge. Dennoch ist Air France/KLM ein kleines Stück weiter.

Wird Lufthansa also bald nur noch eine Dachmarke sein? Die Gefahr besteht. Dennoch hat Lufthansa - da es bis zum Antritt des "Zitronenpressers" Christoph Franz und insbesondere unter Jürgen Weber eine respektable und angesehene Airline war immer noch Charme und Renomee. Lufthansa steht für vielen immer noch für eine Qualität die aktuell nicht geboten wird - aber wieder kann.

Lufthansa würde gut daran tun - bei d en ohnehin wahnsinnig hohen Preisen des Konzerns - nicht an einem leckeren Brötchen/Sandwich zu sparen oder Kaffeeautomaten abzubauen. Sondern die Chance nutzen: Ein Blick zu Turkish Airlines lohnt: Selbst auf kurzen Strecken gibt es guten Bordservice, leckeres Essen. Das mag 2-3€ pro Passagier kosten. Aer spielt das bei Einstiegspreisen von 99€ und mehr - die meisten zahlen viel mehr - eine Rolle? Oder ist es nicht besser angelegtes Geld als sinnbefreite Werbeplakate und Fernsehbotschaften wie Nonstop You. Oder Nonstop Streik?

Es gibt in Frankfurt und München Beides: sowohl einen - natürlich kleineren Prämienmarkt und einen größeren Massenmarkt. Will man nun Transavia und Ryanair den Markt nicht überlassen - so macht es absolut Sinn mit Eurowings zu fiaren Preisen ab Frankfurt&München für die Massen zu operieren und auf ausgewählten Strecken ein Produkt dass seinen Aufpreis dann wert ist im Premium-Segment anzubieten. Natürlich kann Eurowings nach Skopje, Zagreb, Thessaloniki und Brüssel fliegen. Aber ab Brüssel könnte man 1-2 Premiumflüge am Tag als Zubringer mit Lufthansa-Marke erhalten und dann ein Erlebnis bieten. Wer 400€ return in die USA bezahlt oder 99€ return innereuropäisch - der erwartet zu recht etwas.

Als Alternative könnte Lufthansa eine vierte Klasse - eine Basic-Economy einführen, ohne Müsliriegel und Getränk, dafür aber auch mal mit 2,99€ oder 4,99€ Tickets und Marktpreisen anbieten. Das dürfte aber wohl nicht vermittelbar sein.

Somit bleibt wohl nur die Zweiteilung - wobei auf Sicht Eurowings die Muttergesellschaft bei den Passagierzahlen überflügeln dürfte: Denn der Budgetmarkt ist riesig - wenn man realistische Preise anbietet.

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