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Nordkorea Reisebericht - Exbir war da

03.11.2012 22:57
Extrem billig nach Nordkorea reisen geht nicht. Auch nicht billig. Der Grund ist allgemein bekannt: Es gibt keinen Massentourismus nach Nordkorea, in dessen Rahmen z. B. billige Restplatzangebote oder Rabattgutscheine entstehen könnten. Rucksacktourismus oder ähnliches ist nicht möglich. Auch existieren in dem sozialistischen Land keine Billighotels (sondern nur sehr teure) und keine privat ang...
Extrem billig nach Nordkorea reisen geht nicht. Auch nicht billig. Der Grund ist allgemein bekannt: Es gibt keinen Massentourismus nach Nordkorea, in dessen Rahmen z. B. billige Restplatzangebote oder Rabattgutscheine entstehen könnten. Rucksacktourismus oder ähnliches ist nicht möglich. Auch existieren in dem sozialistischen Land keine Billighotels (sondern nur sehr teure) und keine privat angebotenen Unterkünfte. In einem Satz gesagt: Der Tourismus in dem sozialistischen Land ist aus politischen Gründen stark limitiert und noch stärker reglementiert – vor allem für Besucher aus dem Westen. Spontane und unkontrollierte Kontakte zwischen Touristen und „normalen“ Einheimischen sind von der Staatsführung nicht wirklich gern gesehen. Der Öffnungspolitik anderer sozialistischer Länder wie Kuba oder Vietnam ist Nordkorea nicht gefolgt – oder höchstens einige wenige Schritte! Wer nach Nordkorea will, muss an einer - naturgemäß nicht billigen - organisierten Gruppenreise teilnehmen oder eine - noch teurere - organisierte Individualreise unternehmen. Bei derartigen staatlich kontrollierten Reisen fährt man - bzw. die Reisegruppe - mit einem Guide und einem zusätzlichen Begleiter per Bus oder Zug durchs Land. Den Bus darf man nur für die im Reiseplan festgelegten Besichtigungen oder Besuche verlassen. Und natürlich ist es nicht erlaubt, sich an den Haltepunkten eigenmächtig von der Gruppe bzw. den vorgegebenen Aufenthaltsorten zu entfernen.

Trotz dieser Umstände spielte ich schon lange mit dem Gedanken, in das ostasiatische Land zu reisen. Und in diesem Jahr, genauer: Mitte April, habe ich mir meinen „Traum“ nun endlich erfüllt. Grundsätzlich gilt: wer Nordkorea nicht gesehen hat, hat nicht die ganze Welt gesehen! Denn Nordkorea ist ein Land mit der ganz spezifischen „Exotik“. Gigantische Monumente, Massenparaden und -tänze, der Personenkult um die verstorbenen und lebenden politischen Führer – derartiges gibt es in keinem anderen Land und das Ganze wirkt auf uns Westeuropäer oft befremdlich und bizarr, aber auch faszinierend. Für manche Reisende ist der Trip nach Nordkorea auch eine Art „Kommunismus-Retro-Tour“ (interessant z. B. für junge Leute, die den europäischen Sozialismus nie „live“ erleben konnten) - obgleich sich Nordkorea  in vielem von den früheren sozialistischen Ländern Europas unterscheidet. Und natürlich gibt es unter Nordkorea-Reisenden auch tiefergehend politisch interessiert Menschen, die sich z. B. näher mit dem spezifischen nordkoreanischen Entwicklungsmodell beschäftigen möchten. Dieses Entwicklungsmodell setzt auf weitgehende politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit und findet in der von Staatsgründer Kim Il Sung entwickelten „Juche-Idee“ ihren ideologischen Ausdruck. Kritiker sehen darin den Grund für die weitgehende "Abschottung" der Landes und machen dies sowie das unbeirrte Festhalten an einer regiden Planwirtschaft für die Versorgungsschwierigkeiten und die relative Armut im Lande verantwortlich. Gegenteilige Meinungen gehen davon aus, dass die wirtschaftlichen Schwierigkeiten Nordkoreas primär durch das Wirtschaftsembargo der USA verursacht werden. 

Immer wieder fällt dem Reisenden auf, dass die Reise- und Museumsführer, Verkäufer in staatlichen Buchläden usw., mit denen man ins Gespräch kommt, tatsächlich an die Richtigkeit der von ihrer Staatsführung betriebenen Juche-Politik „glauben“. Und dass es sich bei besagten Personen in der Regel um gebildete und selbstbewusste Menschen handelt, die z. T. durchaus wissen (oder wenigstens eine ungefähre Vorstellung davon haben), wie es „draußen in der Welt“ aussieht. Politische Belehrungen von oben herab verbieten sich aufgrund dieser Tatsache. Ernsthafte politische Diskussionen - etwa über die Reformpolitik in China und deren partielle Übertragbarkeit auf Nordkorea – sind dagegen, wenn sie von Seiten des „Westlers“ respektvoll geführt werden, nach meiner Erfahrung durchaus möglich und willkommen.   

Fotos zu meiner Nordkoreareise findet Ihr unter Bilder. Auch ein kurzes Video habe ich veröffentlicht. 

Nordkoreareisen mit Nordkorea-info.de - nicht billig, aber „bezahlbar“

Der günstigste Anbieter für Nordkorea-Reisen in Deutschland ist Nordkorea-info.de. Die Preise liegen im Vergleich zu Konkurrenzanbietern etwa 10-20% niedriger. Und vor allem: Man kommt mit Nordkorea-info auch für weniger als 1.000 Euro ins Land (inbegriffen ist der Flug von Peking nach Pjöngjang und zurück). Ich selbst bin vom 12. bis zum 17. April anlässlich des 100. Geburtstages des verstorbenen Staatsgründers Kim Il Sung (15. April) nach Nordkorea gereist. Über die gewaltigen Paraden und Tanzveranstaltungen an jenem "Tag der Sonne" berichteten auch die internationalen Medien ausführlich. Der Preis der Reise lag bei 999 Euro (DZ). 

Vom 14. bis 18. August 2012 gibt es bei Nordkorea-info eine Reise für 925 Euro (DZ) anlässlich der „Arirang Mass Games“ und des „Tages der Befreiung“ (siehe hier)  Bei den „Arirang Mass Games“ handelt es sich um eine große Massensport- und Kunstschau, mit dem „Tag der Befreiung“ ist der Tag der Kapitulation der japanischen Truppen und die Befreiung von der japanischen Kolonialherrschaft gemeint. Wie dieses Beispiele zeigen, werden (Gruppen-)Reisen nach Nordkorea in der Regel anlässlich politischer und sonstiger Feiertage und Massenveranstaltungen durchgeführt. In diese Reisen ist aber immer auch ein „fixes“ Reiseprogramm eingebaut, das die wichtigsten (meist politischen) Sehenswürdigkeiten des Landes und vornehmlich der Hauptstadt Pjöngjang umfasst.  

Insgesamt sollte man bei einer 6- bis 9tägigen Reise nach Nordkorea ca. 200-250 Euro für diverse Ausgaben mit einführen (Trinkgelder, Souvenirs, Getränke, Eintritt zu spezielle Veranstaltungen, Blumen zur Niederlegung vor Monumenten und Gedenkstätten). Geld abheben kann man in Nordkorea als Ausländer nicht.  









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Kommentare
Heinz Huly schrieb am 16.05.2012 um 00:33:32

Der Artikel ist sehr interessant. eine Besichtigungstour des Kommunismus! Was für ein Reiseziel. Nicht immer nur Kapitalismus in den USA oder Naturschändung in Afrika.

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Fly Wolf schrieb am 19.05.2012 um 13:21:37

Wie haben denn die Nordkoreaner auf der Straße auf die Gruppe Ausländer reagiert? Freundlich lächelnd oder eher ablehnend? Anscheinend bist Du auch mit der U-Bahn gefahren. Wurde da extra für Euch ein Wagen reserviert oder konntet Ihr mit den normalen Leuten fahren?

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Jürgen Wolff schrieb am 19.05.2012 um 15:52:41

Man fährt ganz regulär mit normalen Leuten, aber nur eine Station. Und es sind wohl auch immer die gleichen U-Bahnhöfe, wo solche Touri-Kurzfahrten gemacht werden. Die Nordkoreaner sind sehr freundlich (vor allem im Vergleich zu den Chinesen - zumindest denen in Beijing). Für die Pjöngjanger sind westliche Ausländer inzwischen aber auch nichts allzu exotisches mehr. Und rund um den "Tag der Sonne" war die Stadt natürlich voll von Ausländern.

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